Tag 3 der GIH-Schulung: BlowerDoor-Gebläse einbauen und Messablauf lernen – GIH-Weiterbildung zur Fachkraft für Differenzdruckmesstechnik (HWK)

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Energieberater Carsten Sandau.

„Nach was Messen wir überhaupt“, ist eine der ersten Fragen am Samstagmorgen in Stuttgart-Weilimdorf, „es gibt doch die EnEV, KfW und das DIBT als Richtlinie.“ Am zweiten Schulungswochenende sitzen 13 Energieberater  und ein Bauingenieur-Student  im obersten Stockwerk der Handwerkskammer, um zu lernen, wie sie eine Luftdichtheitsmessung normgerecht abliefern. Am Ende dieses Tags wissen sie, wie ein BlowerDoor Gerät auf einer Baustelle aufgebaut wird, Leckagen gefunden werden und die Messung mit der Software Tectite durchgeführt wird.

„Wir messen nach DIN-EN 13829 und nach den Vorgaben von EnEV und DIN 4108-7“, sagt Referent Holger Merkel. Er führt mit seinem Messteam mehrere hundert Leckagesuchen und BlowerDoor-Messung im Jahr durch. Seine Erfahrung will er weitergeben, weil: „immer noch sehr viel falsch bei Luftdichtheitsmessungen gemacht werden“, erklärt Holger Merkel. Außerdem gebe es auch bei erfahrenen Architekten, Energieberater und Messteams häufig Verwirrung, welche Vorschrift was genau fordere.

Die Motivation der Teilnehmer, die Weiterbildung zu machen ist unterschiedlich. Carsten Sandau setzt als Energieberater sowohl auf baubegleitende als auch auf abschließende Qualitätsprüfung mit BlowerDoor-Messungen: „Ich muss die Messungen nicht unbedingt selbst ausführen, aber ich möchte genau wissen, auf was ich achten muss und wie eine korrekte Luftdichtheitsmessung ausgeführt wird. So kann ich auch einen guten Messdienstleister erkennen und meinem Auftraggeber Qualität garantieren.“

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Techniker Georg Hoffmann.

Techniker Georg Hoffmann hingegen  hat sich bereits eine BlowerDoor Ausrüstung gekauft und will künftig auch Luftdichtheitsmessungen anbieten. „Aufbau und Messung an sich sind nicht schwer, aber ich muss wissen, wie die Voraussetzungen sind, wie die Normen korrekt ausgelegt werden und welche Pflichten und Rechte ich als Messdienstleister habe“, sagt der Energieberater. Wichtig sei für ihn auch die Erkenntnis, dass ein Messdienstleister misst, Luftundichtheiten feststellt und dokumentiert, aber nicht kommentiert, „der Referent hat heute nochmal betont, dass wir auf Leckagen hinweisen, aber keine Erklärungen für die mögliche Ursache abgeben. Das sei Aufgabe des Gutachters. Wenn ich das als Messdienstleister dennoch mache, kann es passieren, dass ich rechtlich dafür haften muss.“

Von der Theorie in die Praxis: Aufbau einer BlowerDoorAusrüstung

Ein Schwerpunkt des Schulungstags am Samstag war der praktische Aufbau der BlowerDoor-Ausrüstung und der Ablauf einer Messung. „Theoretisch ist der Einbau eines Blowerdoorgebläses leicht: Rahmen einbinden, roter Mantel drüber, und Gebläse rein. Aber die meisten Baustellen bieten keine Laborbedingungen: es ist häufig feucht, schmutzig und keine gerade Fläche. Dazu kommt, dass die Platzverhältnisse sehr beengt sind,“, so Holger Merkel „,daher lernen die Teilnehmer hier zum einen die Messausrüstung auch bei engem Raum aufzubauen: also stehend. Zudem zeigen Thomas und ich, welche Türen ungünstige Bedingungen für den Einbau bieten und wie man sich trotzdem behelfen kann.“

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Links auf dem Foto: Holger Merkel

Leckagesuche mit angefeuchteter Hand, Thermografie und Anemometer

BlowerDoor Messdienstleister stellen nicht nur die Luftwechselrate eines Gebäudes fest, sondern suchen auch die Stellen, aus denen die Luftundichtheiten sind, damit gefährliche Leckagen  ausgebessert werden können.  Da der n50-Wert der in der BlowerDoor Software nicht aussagt, wie viele, wie große oder gar wo die  Löcher in der Gebäudehülle sind, müssen Messdienstleiser diese in derGebäudehülle selbst aufspüren. So suchten auch die Referenten mit den Teilnehmer am Samstag mit einem Anemometer, Thermografiekamera und angefeuchter Hand nach Leckagen. „Hier muss man wissen, dass der Anemometer an sich nix aussagt. Die Zahl ist abhängig von der Größe der Leckage. Daher, wenn man Anemometer zur Dokumenation nutzt, bitte auch richtig abfotografieren: Zahlenwert und Fühler sollten beide auf dem Foto sein, so sieht der Leser, wo und wie der Leckagessucher die Luftundichtheit gemessen hat.“

Neu seit 2020: TÜV Blower-Door-Zertifikat

Holger Merkel hat mit der TÜV Rheinland-Akadamie eine noch kompaktere Weiterbildung für Energieberater konzipiert: In zwei intensiven Tagen können diese sich zum Blower-Door-Messdienstleister ausbilden lassen. Die Weiterbildung in ganz Deuschland statt. Nach den zwei Tagen kann abends noch eine Prüfung abgelegt werden.

TÜV zertizierter Blower-Door-Messdienstleister

Wer diese besteht, ist TÜV zertizierter Blower-Door-Messdienstleister.
Die aktuellen Termine findet ihr direkt auf der TÜV Rheinland Akademie Seite https://akademie.tuv.com/weiterbildungen/blower-door-messdienstleister-tra-491005


Alle Blower-Door-Seminare – egal für Anfänger oder für Fortgeschrittene gibt es auf dieser Seite – mit begeisterten Feedbacks der Teilnehmer
BlowerDoor-Spezialisten 
https://blowerdoor-spezialisten.de/


Fotos zur Weiterbildung (Fotoquelle: Airtight-Junkies/Gentner):

https://www.flickr.com/photos/airtight-junkies/sets/72157647209380020/

airtight junkies

www.airtight-junkies.de ist ein Online Luftdichtungsmagazin. Es beschäftigt sich unter anderem mit der Planung und Umsetzung von dichten Gebäuden und der Qualitätskontrolle durch Differenzdruckmessungen wie mit dem BlowerDoor Messgerät. Weitere Themen sind Wärmedämmung, Energie sparen, nachhaltiges und richtiges Bauen. Weitere Infos:

Kontakt

Holger Merkel

hm@bionic3.de

Tel: 07272 / 92 73 85

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