Energieberaterforum 2015 in Feuchtwangen: Ausgebuchte Workshops

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GIH_Feuchtwagen_AirtightJunkies104Zum zwölften Mal hat der Verband GIH Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker Baden-Württemberg e.V. das Süddeutsche Energieberaterforum in Feuchtwangen organisiert. Am 20. und 21.02.2015 trafen sich in der Bayerischen Bauakademie etwa 200 Energieberater aus Süddeutschland. Sie besuchten Vorträge, Workshops und diskutierten mit Referenten und Ausstellern über den aktuellen Stand in den verschiedenen Disziplinen.

Holger Merkel von den Airtight-Junkies gab seine Erfahrungen weiter, zu Materialien für die Luftdichtung und deren Verarbeitung. Vormittags diskutierten die 27 Teilnehmer in dem Workshop mit dem Titel „Luftdichte Anschlüsse an Dach und Fassade“ Anschlusssituationen in Theorie und Praxis.

Gebäudeenergieberater Michael Dehoust aus Karlsruhe.
Gebäudeenergieberater Michael Dehoust aus Karlsruhe.

Dozent Holger Merkel zeigte an konkreten Praxisbeispielen, wann und wie Konstruktionen funktionieren und wo häufig Planern und Verarbeitern Fehler unterlaufen. „Das Thema Luftdichtung wird immer noch unterschätzt. Viele Energieberater tendieren dazu, sich auf Dämmstärken zu konzentrieren und vergessen dann, dass die Luftdichtung letztendlich der Dreh-und Angelpunkt eines effektiven Wärmedämmsystems ist“, sagt Gebäudeenergieberater Michael Dehoust aus Karlsruhe, der Elektrotechnik gelernt hat und daher weiß, dass oft nach der korrekten Verarbeitung der Gebäudehülle, Löcher entstehen: „Bei den meisten Elektrikern und Heizungsbauern fehlt hier die Kenntnis.Sie bauen ihre Geräte ein, durchlöchern die Luftdichtung mit ihren Kabeln und Leitungen, wissen aber nicht, dass sie diese wieder abdichten müssen.“ Daher sei es wichtig, dass Energieberater bei der Baubegleitung mit allen Gewerken ausführlich kommunizieren.

DSC_8664Wie überprüfe ich als Energieberater die korrekte Verarbeitung?

Generell bestehen aber noch viele Unsicherheiten, wie man die Qualität der Verarbeitung überprüft, wenn beispielsweise nur das Dach energetisch optimiert wird und der Rest des Gebäudes unsaniert bleibt. „In diesem Fall interessiert nicht der Luftaustausch im kompletten Haus, also der n50-Wert der Gebäudehülle“, sagt BlowerDoor-Experte Holger Merkel, „aber man kann trotzdem die Qualität der luftdichten Ebene des ausgeführten Bauteils feststellen, indem man mit einem BlowerDoor-Gerät eine Leckagesuche durchführt: Der Unterdruck durch das Gebläse macht die Löcher sicht- und fühlbar. So kann man gemeinsam mit Planern und Handwerkern das Gewerk zu überprüfen.“

Qualitätssicherung war ein wichtiger Punkt, der die Teilnehmer im Workshop beschäftigte. So erzählte eine Planerin dass sie in einer Ausschreibung für eine Dachsanierung Anschlussdetails ausführlich ausgeschrieben hat. Die Angebote daraufhin waren jedoch erstaunlich: Die Variante , im Traufbereich, die Sparrenköpfe abzusägen, die Bahn herunter zu führen und den Dachüberstand durch Bildsparren auszuführen – wie es im modernen Holzbau gang und gäbe ist – war erheblich teuer. Die vom Abkleben her viel anspruchsvollere Variante – um die alten Sparren durchlaufen zu assen – war erstaunlich günstig.

Günstiges Angebot? Achtung: Details werden gern ignoriert

„Das lässt deutliche Fragen offen, was die handwerklich korrekte Ausführung der luftdichten Abklebungen abgelangt“, kommentiert Holger Merkel, „denn die Sparrendurchdringungen rundherum abzukleben inklusive der Oberflächenbehandlung und des Ausspritzens von Längsrissen ist relativ viel Arbeit und kann eine anspruchsvolle Aufgabe sein. Das Angebot weist drauf hin, dass der Verarbeiter sich wenig Gedanken darüber gemacht hat.“ Tipp des Bauexperten Holger Merkel: „„Hier würde ich als Auftraggeber bzw. Planer stutzig werden und dem Verarbeiter zumindest einen BlowerDoor-Test androhen. So weiß er, dass der Energieberaer auf Anschlüsse und Detailverarbeitung achtet.“

Alle vier Workshops waren ausgebucht, die Teilnehmer begeistert von dem Know-How, das sie an diesem Tag aufsaugen konnten. Zimmerermeister H.-Dirk Bucerius beispielsweise besuchte den Workshop zur Berechnung von Effizienzhäuser. Hier erklärte Oliver Völksch, externer Sachverständige der Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW, wie Fördermöglichkeiten optimal ausgeschöpft werden können. „Wir haben dies an einem konkreten Beispiel im Workshop gemeinschaftlich erarbeitet“, erzählt Energieberater H.-Dirk Bucerius, der aus Bruchsal angereist war. Er lobte die Praxisnähe des Workshopkonzepts, da parallel Softwareprogramme eingesetzt wurden: „Diese konnte ich für meine tägliche Arbeit nützlich ausprobieren. An diesem Gebäudeenenergieberaterforum schätze ich, dass der GIH immer hochkarätige Referenten organisiert. Hier bekommt man konkrete Tipps und Kniffe von den Referenten, die man so nicht immer nachlesen kann.“

Das Süddeutsches Energieberaterforum in Feuchtwangen findet jährlich statt.

Weitere Infos: https://luftdichtheit-geprüft.de/2015/01/zertifizierung-sueddeutschland/

Fotos zum Energieberaterforum in Feuchtwangen 2015:

https://www.flickr.com/photos/airtight-junkies/sets/72157650937878122/

Die Fotos können kostenfrei heruntergeladen und verwendet werden.

Bitte folgende Bildquelle nennen: airtight-junkies.de Gentner

Die Pressemitteilung als PDF: http://bit.ly/1B6fk3l

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https://luftdichtheit-geprüft.de/category/luftdichtung/

https://luftdichtheit-geprüft.de/category/blowerdoor/

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